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Gerechtigkeit eine Organisationsfrage ?
Gerichtsübersetzer in Spanien oft überfordert
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strichel_hori

Gerechtigkeit hat auch etwas mit Kommunikation zu tun, insbesondere damit, dass die vor Geicht aussagenden Parteien und Zeugen auch richtig verstanden werden.

Wer als Deutscher ohne perfekte Spanischkenntnisse vor einem spanischen Gericht aussagt, wird immer erleben oder erleben müssen, dass seine Aussage nur in Teilen und oft auch unzutreffend übersetzt wird.

Meist ist dies seitens der Übersetzer in keiner Weise beabsichtigt, sondern diese sind schlichtweg überfordert sich kompetente Aussagen zu merken oder aber damit fachspezifische oder detaillierte Sachverhalte korrekt zu übersetzen.

Schliesslich fehlt es natürlich oft auch an dem rechtlichen Hintergrundwissen, um sich zumindest und gerade auf die rechtlich relevanten Aussagepassagen zu konzentrieren und diese genau wiederzugeben.

Was man hier tun kann ?

Von einem perfekt zweisprachigen Anwalt vertreten zu sein wäre eine Möglichkeit der Absicherung für den Betroffenen. Für die Gerichtsorganisation hiesse dies, zum einen ein höheres Übersetzerniveau zu garantieren und bei spezifisch schwierigen Sachverhalten gerade besonders qualifizierte Übersetzer auszuwählen.

Dies allerdings ist immer auch eine Finanzfrage. Gerechtigkeit also kostet immer auch Geld.

In Spanien allerdings sind bis heute viele Einsparungspotentiale nicht ausgenutzt. Die fehlende Verfahrenskonzentration auf möglichst einen oder zwei Verfahrenstermine führt beispielsweise bei getrennten Vernehmungsterminen von Beschuldigten und Zeugen zu einer erheblichen Verfahrensaufblähung mit maximalem Zeitverbrauch auf allen Seiten.

Für den in Spanien tätigen Anwalt bedeutet dies die gerichtliche Tätigkeit entweder generell nicht zu übernehmen oder Arbeitsstundenhonorare zu vereinbaren.

Insgesamt eine unbefriedigende Situation, welche spanische Kollegen durch Verzicht auf Sekretariatsmitarbeiter zu lösen versuchen.


Günter Menth
Rechtsanwalt / Abogado inscrito

strichel_hori

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